GEDICHTE

 

Ich schreibe auch ab und mehr oder weniger unterhaltsame Gedichte

und im Laufe der Zeit sind einige zusammengekommen.

Hier werde ich nun einige (die besseren) davon zur allgemeinen

Ergötzung ausstellen.

Ich hoffe sie gefallen euch!

 

 

 

Pinguine

 

Weit weg von dort, wo’s warm und heiß ist,

also da, wo Schnee und Eis ist,

also in den kalten Zonen,

da ist’s wo Pinguine wohnen.

 

Da steh’n sie zusammen, dicht an dicht

Und wünschten so sehr, sie wären nicht

umgeben von eisigen Wänden

und sie träumen von Kokosnüssen und Stränden.

 

Sie fluchen, auf Brechen und auf Biegen

Und seufzen: „Ach könnten wir doch auch gen Süden fliegen.“

Doch das ist ihnen nicht vergönnt

da keiner von ihnen den Weg dahin kennt.

 

 

Schlussfolgerung:

 

Es hilft nicht nach dem Weg zu fragen

Wenn auch andre keine Ahnung haben.

 

 

 

An der Stufe

 

 

Da liegst du nun, das Leben dir entkommen,

 

Den trüben Blick verschleiert weißes Tuch.

Einst zarte Glieder steif, das Blut geronnen,

Entkamst ihm nicht, dem altbekannten Fluch.

 

Dem Fluch, den keiner je entkommen,

Der noch jedes Leben hat verflucht,

Was hast du nicht alles unternommen?

Und was ließest du nicht unversucht?

 

Nun schwebest du in ungeahnten Sphären,

Achtest nicht jener die da weinen

Und sich verzweifelt gegen die Wahrheit wehren

Und durch die Abschiedsschmerzen leiden.

 

Doch alles Weinen, all das Klagen

Bringt dich ins Leben nicht zurück.

Ist dein Leib nun Festmahl für die Maden

Und dein Geist bringt niemandem mehr Glück.

 

Achte nicht der Hinterbliebnen Rufe,

Sie meinen nichts für dich, bleib wo du bist!

Doch siehe den, der an dieser Stufe,

Zeit seines Lebens, das deine nicht vergisst.

 

 

 

 

 

 

 

Das Veilchen

 

Der Wind rauscht verspielt durch das Blätterdach

Ruhe kehrt ein im Walde

Und es wird auch schon balde

Des Wanderers Schritte still und gemach.

Während ihn so dir Natur entführt

Scheint er von Sorgen unberührt

Es scheint ihn nichts zu verdrießen

Er scheint bloß still zu genießen.

 

Es senkt sich die schwere, feuchte Luft

Über den Wald wie ein Tuch

Und unter den Moosgeruch

Mischt sich ganz zart eines Veilchens Duft.

Der Wanderer hemmt seine Schritte

Lässt schweifen die suchenden Blicke

Sieht sich um und schauet gespannt

Nach dem Grunde der ihn so bannt.

 

Dann erblickt er die wunderbare Erscheinung

Ist von ihrem Bilde entzückt

und voller Unschuld beglücket

Und denkt drüber nach ohne Meinung.

Wie hat etwas von so zarter Gestalt

Über den Menschen so große Gewalt?

Wie kann nur ein Wesen, so unscheinbar

Die Seele berühren so wunderbar?

 

Und es kommt in den Sinn sich zu bücken

Um das Blümchen zu pflücken

Doch sofort entstehen Zweifel

Wenn er es bricht wird es sterben

Und kann nicht noch schöner werden

Und der Wanderer wäre ein Teufel.

 

Darum lässt er es blühen an seinem Ort

Und ist auf sich selber stolz

Dass er ist aus diesem Holz

Er wendet zufrieden die Schritte fort

Und es verfolgt ihn der Duft dieser Tage

Als ob das Veilchen ihm „Danke!“ sage.

 

 

 

 

Gelumsen strinden

 

Ich stronze grinnend durch den Wald,

 

Das Flanschl leuchtet brankelnd bald.

Der Wind fährt mumselnd durch die Äste

Das Jagar hält sein Wonz fürs’ Beste.

Doch stimmen Fraumir, Sansen gleich

Mit ein in das Geranschenfeich.

Und mizzend funschen alle drei,

Welches wohl am womsen sei.

Stille frächt man hier nicht an,

Nicht wenn der Garg wareulen kann.

So fummen Konnen, frätzelnd mit,

Bei des Waldes fummwich Lied.

Die Quäcken faken lustig glob,

Der Maurerich falänzend dlob.

Das Wasser ist ganz glib und nuhb,

und auch den Schränzeln geht es gut.

Die Fumworg sieht schon blaschig aus,

Der Mansen steht schon bald ins Haus.

Auch Fahnring, Draug und Grinnen,

Alle wolln’ sie Singen.

Und bei den kleinen Linden,

sieht man die Gelumsen strinden.

So langsam wird der Winter alt,

in dem Ratschenfronsen- Wald

 

 

 

 

 

Montag Morgen

 

Es ist so schön warm und angenehm weich

 

Morgens in den Daunen zu liegen.

Ich weiß ja, ich weiß, der Wecker schrillt gleich,

doch ich will mich noch nicht bewegen.

 

Die Sonne schmunzelt zum Fenster herein,

 

sie versucht mich bloß zu entzücken,

doch im Moment will ich lieber ein Muffel sein

und zeige ihr brummelnd den Rücken.

 

Mein Teddybär sieht mich vorwurfsvoll an,

 

als wolle er sagen :“Steh auf!“

Doch weil ich mich noch nicht bewegen kann

(oder will) nehm ich’s halt in Kauf.

 

Da tönt das Geräusch, welches mir so verhasst,

 

es sagt an, dass der Tag beginnt.

Ich erhebe mich langsam, nur keine Hast,

die schönen Träume verflogen sind.

 

Die Luft ist zu kalt, das Wasser zu heiß,

 

so hat jeder seine Sorgen.

Ich stoß’ mir en Zeh, denk mir :“So ein Schei.....“

Willkommen am Montag Morgen.

 

 

 

 

 

Silberne Flügel


Und mir wachsen schimmernd' Silberschwingen
was einst bedeutsam war wird null und nicht,
was unmöglich schien mag jetzt gelingen.
Ich breite meine Flügel aus und flieg ins Licht.

Dorthin wo Leid und Trauer nichts bedeuten
schwebe ich in ungeahnten Sphären.
Zur Rückkehr mag mich nichts verleiten.
Ich bin nicht da und kann doch ewig wären.

Ich bin nirgendwo und dennoch immerdar
und trotzdem wird mein Herz so seltsam schwer,
denn mein altes Leben, das was einmal war
und die schöne Zeit, sie sind nicht mehr.

 

 

 

 

 

 

 

Was ist Schnee, Großvater?

 

„Was ist Schnee, Grosvater?“, fragte mein Enkelsohn.

 

„Ich las und hörte das Wort, erzähl mir davon!“

„Mein Junge, das liegt schon lange zurück,

damals noch waren die Tage voll Glück.

Schnee, mein Junge, ist weiß und ist kalt,

er bedeckte die Felder und jeden Wald.

Er kam nur einmal im Jahr.“

 

„Erzähl mehr vom Schnee, vom weißen, vom kalten!“

 

Mama sagt, er wäre ein Märchen der Alten.“

„Deine Mutter, mein Junge, hat Schnee nie gesehen,

wie sollte sie so die Geschichten verstehen?

Schnee kam im Winter, jeder Freute sich drauf,

man konnte so vieles machen, Ideen gab’s zuhauf.

Es war einfach nur wunderbar.“

 

„Woraus bestand er, war’s wirklich Eis?

 

Ich kenne es und es ist nicht weiß.“

„Du musst mir nicht glauben, es ist auch schwer,

denn Schnee, mein Junge, gibt’s lang schon nicht mehr.

Jetzt sind die Jahreszeiten nur trocken und Regen,

doch als ich jung war, hat es noch andre gegeben.

Der Schnee war so weiß wie mein Haar.“

 

„Ich würd es gern glauben, doch kann ich es kaum,

 

Schnee gibt es wie Mama sagt nurmehr im Traum,

wenn es ihn überhaupt jemals gab.“

„Glaub wenn du willst, das ich geflunkert hab,

aber ich erinner’ mich gut an Schnee,

das er nicht mehr ist, tut im Herzen mir weh’.

Ich weiß noch wie schön es mal war.“

 

„Und warum ist er fort, willst du’s mir erklären?

 

Wenn du’s tust, will ich dich weiterhin ehren.“

„Mir ist es egal wie du drüber denkst,

und ob du über mich ein Urteil verhängst.

Die Ursache ist die Dummheit der Leute,

ihr fielen schon viele Dinge zur Beute,

Sie zerstörten die Natur mit ihren eigenen Händen,

und so musste selbst unsterbliches enden.

Darum zählt Schnee heut zu den Toten,

denn das Klima ist hier schon wie in den Tropen.“

 

So saß ich und sah ihm noch lang ins Gesicht,

 

bis er zu mir sagte:

“Ich glaube dir nicht.“


 

 

 

 

Gute Laune


Ich wache zu spät auf, der Wecker hat verpennt.

Weil mein Deo alle ist, umkreisen mich die Fliegen

und den viel zu heißen Kaffe, trinkt dafür mein Hemd.

Doch nichts kann meine Laune trüben.

 

Das Spiegelei ist mir total verbrannt,

die Butter kriegt schon grüne Flecken,

zum Abschluss toast’ ich mir die Hand,

doch nichts kann mich heute schrecken.

 

Mein Hund beißt mich zum Abschiedsgruß,

ich kann nicht meine Schlüssel finden,

der Nachbar fährt mir übern Fuß

Doch mein Lächeln mag nicht schwinden.

 

Ich hab heut einfach gute Laune,

Denn von früh morgens bis zur Nacht,

hab ich nur an dich gedacht.

 

 

 

 

 

Einzigarigkeit?

 

Solang der Mensch weilt hier aus Erden,

will besser er als andre sein.

Was er nicht ist, das will er werden
und schafft er’s nicht, dann geht er ein.

 

Fast jeder will ein Denkmal setzen
und wenn es noch so schwierig ist
und muss er andre auch verletzen,
Hauptsach’, dass ihn man nie vergisst.

 

 

Und niemanden fällt dabei auf,

 

dass ihm dabei was verloren geht,
doch kommt er erst einmal drauf,
dann ist es meistens schon zu spät.

 

Und hat man es am End geschafft,

 

was Einzigartiges zu sein;

hat man da noch nicht gerafft,

dass bloß trügt der Schein.

 

Denn hat man’s bis dahin geschafft,
hat fast alles man nur nachgemacht,
so ist man nichts Besonderes,

 

sondern bloß ein anderes

Exemplar von dem was schon
einmal erklommen diesen Thron.

Und stellst du dir ein Denkmal hin,

ehrt es dich nicht, sondern ihn.

 

Den Spruch, den man mir einst gesagt,

 

vergess’ ich deshalb nie:

Wir kommen zwar als Unikat,

doch sterben als Kopie.

 

 

 

 

 

 

 

Ableben eines Helden

 

Es schlägt ein Mann sich durch die Hecken
und stützt sich schwer auf einen Stecken.

 

An seiner Seite hängt ein Schwert
doch ist es nicht mehr sehr viel wert,

es trägt Scharten, reich an Zahl
es scheint aus Holz fast, nicht aus Stahl.

Der Mann ist von einem Kampf erschöpft,

drei Gegner hat er gar geköpft.

Die andren flohen sehr geschwind,

kreischend und schreiend, wie ein Kind.

Nun sucht der Held die Heimat auf
und schleppt sich den Weg zur Burg hinauf.

Doch das Schicksal macht nicht mit,

es zieht das Sonnenlicht zurück.

Das Licht vergeht, der Tag wird alt,

die nacht wird, dunkel, feucht und kalt.

Doch ist der Held ein tapfrer Mann,

den so leicht nichts erschrecken kann.

Aber wer weiß schon, was erwacht,

wenn es dunkel in der Nacht?

So ist der Mann der Sicht beraubt
und was das Ohr ihm sagt er glaubt.

Was flog da am Gesicht vorbei?

Was war das für ein Lauter Schrei?

War das einfach nur ein Tier?

Oder gibt es Geister hier?

Die Phantasie spielt schlimme Streiche,

dass der Verstand der Dummheit weiche.

So zieht der Held vor Angst sein Schwert,

schlägt bald die Bäume, bald die Erd’.

Welcher Geist treibt hier sein Spiel?

Was war’s was da zu Boden fiel?

Durch Wolken bricht der Mondenschein
und zeigt den Helden ganz allein.

Doch dieser achtet nicht darauf,

befindet sich in wildem Lauf,

fürchtet um Leib sich und Verstand,

hat das Schwert weiter in der Hand.

Die Schlimme Angst tut gar nicht gut,

es stockt die Luft, es rast das Blut.

Und da ist wieder dieser Ruf,

der klang ob ihn der Teufel schuf.

Da fährt in die Brust ein schlimmer Schmerz
der Held fällt hin, fasst sich ans Herz.

Das Gesicht verzerrt im Graus,

so lischt die Lebenskerze aus.

Und so stirbt ein großer Held,

der einst sich manchem Kampf gestellt,

der manche schöne Maid befreite
und niemals Angst und Schwäche zeigte.

Doch seine eigne Einbildungskraft
hat ihn am End’ dahingerafft.

So bleibt er ewig hier im Wald,

von Fern der Ruf des Käuzchens schallt.

 

 

 

 

 

 

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